Der Schweizer Pharmakonzern Novartis blickt auf ein außergewöhnlich erfolgreiches Geschäftsjahr 2024 zurück. Mit einem klaren Fokus auf patentgeschützte, innovative Arzneimittel hat sich das Unternehmen nicht nur finanziell neu aufgestellt, sondern auch ein solides Fundament für weiteres Wachstum geschaffen.
Rekordzahlen durch Neuausrichtung
Im vergangenen Jahr verzeichnete Novartis einen Umsatzanstieg von zwölf Prozent auf insgesamt 50,3 Milliarden US-Dollar. Auch der bereinigte operative Gewinn konnte um satte 22 Prozent auf 19,5 Milliarden US-Dollar gesteigert werden – ein Ergebnis, das die Erwartungen von Analysten übertraf.
Als treibende Kraft hinter diesen Zahlen gelten unter anderem Präparate wie das Herzmedikament Entresto, das MS-Mittel Kesimpta, die Brustkrebstherapie Kisqali und der Cholesterinsenker Leqvio. Analysten betonen zudem, dass das Unternehmen im letzten Quartal 2024 auch von Preisanpassungen profitiert habe.
Der Umbau zum reinen Pharmaunternehmen
Hinter diesen Erfolgen steht ein umfassender Umbau, den Novartis in den vergangenen Jahren konsequent vorangetrieben hat. Seit 2018 hat sich das Unternehmen nach und nach von nicht zum Kerngeschäft gehörenden Bereichen getrennt – zuletzt etwa vom Generikageschäft Sandoz. Insgesamt belaufen sich die Transaktionen in diesem Zusammenhang auf ein Volumen von rund 130 Milliarden US-Dollar.
Mit dieser Neuausrichtung fokussiert sich Novartis nun ganz auf innovative Arzneimittel. Unternehmenschef Vasant Narasimhan zeigte sich überzeugt: Die Umstrukturierung habe das volle Potenzial des Konzerns freigesetzt und biete langfristig große Chancen.
Blick nach vorn: Wachstumsprognose und neue Märkte
Auch für die Zukunft zeigt sich Novartis optimistisch. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet das Unternehmen mit einem Umsatzplus im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich – gemessen in lokalen Währungen. Der bereinigte Gewinn soll ebenfalls im hohen einstelligen bis niedrigen zweistelligen Bereich zulegen.
Allerdings gibt es auch Herausforderungen am Horizont: Ab 2025 könnten in den USA erste Nachahmerpräparate auf den Markt kommen, die das Wachstum einiger Erfolgsprodukte – darunter Entresto – bremsen könnten. Dennoch sieht sich Novartis gut aufgestellt und plant, die Dividende um 6,1 Prozent auf 3,50 Schweizer Franken pro Aktie anzuheben.
Weitere Zukäufe im Blick – aber mit Bedacht
Novartis verfolgt weiterhin eine selektive Expansionsstrategie. Laut Konzernführung prüft man gezielt kleinere Zukäufe, die das bestehende Portfolio sinnvoll ergänzen. Auch Wirkstoffe gegen Übergewicht könnten künftig ins Visier geraten – jedoch ohne von der klaren Ausrichtung auf das Kerngeschäft abzuweichen. Finanzchef Harry Kirsch betont, dass zur Strategie auch gehöre, bestimmte Dinge bewusst nicht zu tun.
Fazit
Der Umbau des Konzerns zeigt Wirkung: Novartis profitiert spürbar von seiner Konzentration auf hochwertige, patentgeschützte Arzneimittel und legt eindrucksvolle Geschäftszahlen vor. Die Strategie scheint aufzugehen – und der Konzern blickt trotz möglicher Herausforderungen zuversichtlich in die Zukunft.