Der Münchner Technologiekonzern Siemens hat kürzlich einen Teil seiner Beteiligung an Siemens Energy veräußert, um die Finanzierung der anstehenden Übernahme der US-Softwarefirma Altair zu unterstützen. Dabei wurden Aktien im Wert von nahezu einer Milliarde Euro verkauft.
Fortschreitende Desinvestition
Im Zuge des Verkaufs sank der Anteil von Siemens an Siemens Energy von zuvor gemeldeten 17,1 Prozent auf aktuell 14,96 Prozent. Dieser Schritt ist Teil einer strategischen Neuausrichtung, bei der der Konzern seine Verbindungen zu seiner ehemaligen Energietechnik-Tochter weiter reduziert. Siemens-Finanzvorstand Ralf Thomas signalisierte bereits, dass weitere Verkäufe anstehen könnten, um den milliardenschweren Kauf von Altair zu finanzieren.
Wertentwicklung und verbleibende Anteile
Die Entscheidung fällt in eine Phase, in der sich der Börsenwert von Siemens Energy innerhalb eines Jahres mehr als verdreifacht hat. Das verbliebene Anteilspaket von Siemens ist aktuell mit rund 6,77 Milliarden Euro bewertet. Interessanterweise zeigt sich auch beim hauseigenen Pensionsfonds – dem Siemens Pension Trust – eine deutliche Veränderung. Dieser Fonds, dem Siemens in der Vergangenheit regelmäßig Aktien zuwies, hält laut jüngster Mitteilung nun keine Anteile mehr. Noch im Mai 2024 lag dessen Beteiligung bei 7,7 Prozent, was auf wiederholte Verkäufe und die daraus resultierenden Kursgewinne zurückzuführen ist.
Historischer Kontext
Ursprünglich behielt Siemens bei der Abspaltung von Siemens Energy im Jahr 2020 einen Anteil von 35,1 Prozent, während weitere 9,9 Prozent im Besitz des Siemens Pension Trust waren. Durch kontinuierliche Veräußerungen in den letzten Jahren – begünstigt durch die positive Kursentwicklung der Siemens-Energy-Aktie – hat sich der Beteiligungsumfang deutlich reduziert.
Fazit
Der Verkauf von Siemens Energy-Aktien ist ein weiterer Schritt in der strategischen Neuausrichtung des Konzerns. Die Erlöse aus diesen Transaktionen sollen dazu beitragen, die finanzielle Belastung der teuren Übernahme von Altair abzufedern. Dabei profitiert Siemens von der dynamischen Marktentwicklung und setzt auf eine klare Fokussierung im Kerngeschäft, ohne jedoch den Kontakt zur früheren Energietechnik-Tochter vollständig zu kappen.